Leider muss ich zurück zur Arbeit. Dieses Mal geht die Reise rückwärts von Pawling aus mit der North Harlem Line direkt nach Manhattan ins Grand Central Station.
Samstag, 29. Oktober 2016
Appalachian Trail (USA, April 2014)
Leider muss ich zurück zur Arbeit. Dieses Mal geht die Reise rückwärts von Pawling aus mit der North Harlem Line direkt nach Manhattan ins Grand Central Station.
Wandern/Trekking/Hiking im Schatten des Teide, GR 131, Teneriffa (Spanien, Februar 2016)
Ein Jahr nach meiner ersten Tour auf der Insel (Bericht) bietet sich die Gelegenheit, den restlichen Teil des GR 131 kennenzulernen.
Allerdings machen die Wetterbedingungen in diesem Jahr den ursprünglichen Plan zunichte, eine alternative Parallelroute zum markierten GR zu gehen ("El Filo", auf dem Grat der Caldera südlich der Canada Blancas zwischen Guajara und El Portillo). Schon ab ca. 1500 m, deutlich unterhalb des Einstiegs am Pass der Degollada Guajara (ca. 2600m), versinke ich im ca. halben Meter tiefen Schnee. Abgesehen davon wäre die schwer findbare, ungespurte Route nicht mehr am selben Tag schaffbar gewesen und damit ein Biwak ausgerechnet auf dem höchsten, exponiertesten Grat unvermeidlich. Selbst für mich nicht mehr so ganz die Vorstellung von Urlaub...
Endlich oben am Pass finde ich mich schweren Herzens mit dem berühmten Plan B, dem GR unten auf der Plateauebene, ab. Die seltene, grandiose Aussicht auf diese schneebedeckte Landschaft entschädigt mich etwas dafür!
Tief schon steht um ca. 17 Uhr die Sonne, als ich meinen Marsch durch den unberührten Schnee beginne. Kein Mensch zuvor ist diese Route gegangen (kaum verwunderlich, da die einzige Strassenverbindung TF 21 gesperrt und der Busverkehr eingestellt ist), nur eine handvoll Tageswanderer hatten es von Süden her bis zum Pass hoch gewagt.
Im schwindenden Tageslicht scheinen mir die Bilder dieser arktisch anmutenden Landschaft fast surreal. Diese Farben! Das kalte Blau des Himmels, das warme Rosarot des Sonnenuntergangs, das blendende Weiß des Schnees, die messerscharfen Kontraste der schwarzen Schatten.
(Jeder Photograph wäre wohl begeistert gewesen, ich mache quasi nur zur Dokumentation ein paar Bilder aus dem Handgelenk mit meiner alten Nikon Kompaktkamera... Abgesehen davon stand ich unter extremem Zeitdruck, da ich an dieser Stelle noch ca. 13 km durch Schnee vor mir hatte, um eine Zeltnacht auf Schnee zu vermeiden).
Große Anspannung fiel von mir ab als ich abends zuvor bei völliger Dunkelheit die relative Sicherheit des (geschlossenen) Nationalparkzentrums in El Portillo erreichte. Zwar auch kein warmes Hotelzimmer, aber immerhin ein geschütztes, schneefreies Plätzchen unter dem Vordach!
Die einspurig geräumte TF 21 durch die Canadas im ersten Morgenlicht. Warum wegen dem Bisschen Schnee allerdings sämtlicher Verkehr gesperrt ist, bleibt für Nordeuropäer unverständlich - naja, hat sicher niemand Winterreifen.
Mit einem kurzen Besuch von Santa Cruz auf der Rückfahrt nach El Medano bzw. Flughafen Tenerife Sud lasse ich die Reise ausklingen.
Hier am (im Winter) ruhigen Playa kann man sich bei wunderbar milden Temperaturen ausruhen. Vor gut einem Tag noch in eisiger Winterlandschaft, jetzt im T-Shirt am Strand - auch das ist einer der Gründe warum ich diese Insel so toll finde!
Planungstipps:
Anreise/Abreise:
Internationaler Flughafen Tenerife Sud. Tenerife Nord (national). Fähr- und Flugverbindungen (bintercanarias.com) zu den restlichen Kanarischen Inseln. Lokaler Busverkehr (http://www.titsa.com/). Vom Busbahnhof in Los Cristianos kommt man zu den meisten Zielen, v.a. auch zum Ausgangspunkt für eine Teide-Besteigung (Stop am Parador Canadas Blancas, Talstation Teleferico Teide, danach Montana Blanca und El Portillo)
Karten/Führer:
z. B. vom Rother Verlag (Tagestouren). Detailierte Topokarten der Etappen als Pdf-Dateien unter Infos zum GR:
http://www.magrama.gob.es/es/desarrollo-rural/temas/caminos-naturales/caminos-naturales/sector-canario/
http://www.senderosgr.es/
http://www.webtenerife.com/que-hacer/naturaleza/senderismo/senderos/)
Markierung/ Wege:
Recht gut markiertes und ausgebautes Wegenetz. Ein Teilstück des GR 131 quert die Insel von La Esperanza bis Arona.
Der Aufstieg auf den Gipfel des Teide ist nur mit vorher reserviertem Permit möglich (Tag und Zeitfenster!, Stand 2024 kostenlos) bzw. mit Refugio Übernachtung.
Stand 2024 müssen auch bestimmte Wege am Teide vorher reserviert werden (https://www.tenerifeon.es/de/allgemeine-information/information-und-bewaehrte-praktiken-in-der-natur/wandergebiete-mit-vorabgenehmigung)
Der gesamte GR 131 bietet sich geradezu an als Thruhike mit Inselhopping (also alles an einem Stück mit zwischendrin Fähre oder Flug). In diesem Fall würde ich wohl folgende Reihenfolge wählen: Lanzarote-Isla de Lobos-Fuerteventura-Gran Canaria-Teneriffa-El Hierro-La Gomera-La Palma.
Übernachtung:
Zelt/Biwak. Unbedingt Leave No Trace!
Areas recreativas (öffentliche Grillplätze), Zonas de acampadas colectivas/reducitas (Caravanstellplätze). Nur mit Internet-Reservierung/Permit! https://centralreservas.tenerife.es/?a=5 (Eventuell auch noch direkt bei Cabildo de Tenerife z. B. via Email mit Formular inkl. Ausweiskopie).
Übernachtung im Refugio Altavista muss über den Seilbahnbetreiber
vorgebucht werden. Einige Campingplätze z. B. Montana Roja bei El
Medano, Camping Nauta (im Winter teils geschlossen).
Proviant/Wasser:
Los Cristianos, Vilaflor, Arona, La Esperanza, etc.. Wegen des porösen Lavagesteins kaum Oberflächenwasser. Auf den Areas recreativas und Zonas d'acampadas oft öffentliche Wasserhähne. Weitere Wasserquellen: Seilbahnstationen der Teleferico del Teide, Refugio Altavista, Besucherzentrum des Teide Nationalparks El Portillo, ca. 6 km nördlich E. Portillo Loch in Wasserleitung (unsicher), Area recr. Caldera (Wasserhähne), Siete Fuentes (unsicher), Cafeteria des Hotel Parador Canadas del Teide, Brunnen in Vilaflor. Brunnen bei Campamento Madre del Agua südlich Paisaje Lunar (meistens Entkeimung ratsam).
Geld: Geldautomaten Santa Cruz, Los Cristianos etc.
Mobilfunk/Internet: Meistens Empfang, auch am Teide.
Links: http://www.ramblingroger.com/
http://www.trekkingguide.de/wandern/spanien-teneriffa.htm
Sonntag, 13. März 2016
GR 131 durch La Gomera und Teneriffa, Wandern/Trekking/Hiking (Spanien, Febr. 2016 - 19)
Nach dem langen Aufstieg bietet sich eine ordentliche Pause an. Bombenaussicht vom Inselgipfel Alto de Garajonay!
Schon kurz vor Erreichen der höchsten Region verändert sich erstaunlicherweise die Landschaft von sehr aride nach feuchtem Lorbeer- und Wacholderwald. Sehr abwechslungsreich. Verantwortlich dafür ist eine geologische besonderheit der Insel, die das Regenwasser nicht in der Tiefe des porösen Gesteins versickern lässt, sondern an der Oberfläche hält. Die Nordost- bis Nordwestseite der Insel ist daher mit einzigartigen Wäldern überzogen, wie man sie sonst kaum noch findet.
Fast genauso lange und anstrengend wie der erste Wandertag, ist auch der zweite Tag mit ein paar flachen Passagen durch wunderschönen Loorbeerwald und langem Abstieg nach Vallehermoso bis zum zugehörigen Strand, wo der Weg endet. Ich bin ganz schön müde, aber sehr von der Strecke begeistert!
Bei Mondlicht bringt mich ein Bus zurück nach San Sebastian, dann entschwindet in der Morgendämmerung die Insel schon wieder im Kielwasser der Fähre zurück nach Teneriffa. Dort, so die Planung, soll der Weg zunächst auf der aussichtsreichen Gratroute "El Filo" vom Pico Guajara hinüber nach El Portillo fortgesetzt werden. Anschließend der nördliche Teil des GR 131 bis La Esperanza (s. Bericht).