Nach etwas mühsamer Anreise in die Nähe von Rangeley ME (keine öffentliche Bus- oder Zugverbindung, keine Mietwagenstützpunkte o.ä.), geht es im August 2018 gleich wieder richtig zur Sache.
Saddleback Mountain, Bigelow Range etc. mit anstrengenden An- und
Abstiegen zeigen gleich was der letzte Bundesstaat Maine alles zu bieten hat.
Als
willkommene Abwechslung empfinde ich deshalb den einzigen normal nicht
furtbaren Fluss, Kennebec River. Mit einem Canadier (die Kennebec River
"Ferry") werden wir vom Fährmann hinübergepaddelt. Von mir aus hätten
wir noch ne Weile weiterpaddeln können...
Saftig
sumpfige Ponds hinter jeder dritten Wegbiegung lassen auf
Tiersichtungen hoffen. Leider verstecken sich Elch, Bieber, Bär und Co.
vor mir.
Dafür begeistert mich die Landschaft bei bestem Wetter.
Aufregender Moment auf der Nordseite von Moxie Bald. Bei traumhaft klarer Sicht kann ich zum ersten Mal einen Blick auf mein entferntes Ziel im Norden werfen: Mount Katahdin (Baxter Peak).
Heute
beende ich die Tagesetappe früher als geplant. Soll man an dieser vier
Sterne Campsite in der Nähe eines Lean-to vorbeigehen? Schließlich habe
ich Urlaub!
Pool mit Aussicht direkt vor dem Zelt ist inklusive.
Auf
den nächsten gut 100 Meilen / 160 km, bekannt als "100 Miles
Wilderness", gibt es keine einfach zu erreichende Einkaufsmöglichkeit.
Deswegen geht so gut wie jeder Wanderer in den kleinen Ort Monson zum
Einkaufen (nicht immer möglich!) oder lässt sich Proviant dorthin
schicken. So "wild" ist die Sache aber wirklich nicht. Jede Menge Pisten
und Tages- oder Wochenendurlauber.
Auf jeden Fall ist die Etappe ein Weg mit gefühlt 1000 Seen und 1000 Aussichten!
Ganz frei ist der Weg allerdings auch nicht immer...
Am Ende der 100 Miles Wilderness heisst es so langsam Abschied nehmen von den Wäldern Maines.
Mit
dem Erreichen von Abol Bridge Campground, bietet sich ein
unvergleichlicher Anblick von Katahdin. Wer bis hierher gekommen ist
kann es kaum erwarten, ....
... endlich seinen Fuss in den Baxter State Park zu setzen, durch den die letzten 15 Meilen des ATs führen.
Von der letzten Campmöglichkeit auf dem Katahdin Stream Campground sind es nur noch 5 Meilen Anstieg ...
... auf dem Hunt Trail (aka AT) über den Westgrat auf den Gipfel.
Endlich da!
Viel Geduld und Mühe hat es mich gekostet, aber so mache ich doch noch einen Traum wahr, den ich vor vielen Jahren zu träumen begonnen hatte.
Viel Geduld und Mühe hat es mich gekostet, aber so mache ich doch noch einen Traum wahr, den ich vor vielen Jahren zu träumen begonnen hatte.
Planungstipps:
Anreise/Abreise:
Boston Logan International Airport, Portland, Bangor ME (recht günstige Flüge nach Boston z.B. via Island mit Wowair, via Dublin mit Air Lingus, via Paris mit Air France). Mögliche Ein- bzw. Ausstiegsorte: z.B. Lincoln NH (Franconia Notch), Pinkham Notch, Gorham NH, Monson ME (Busverbindungen mit www.greyhound.com, concordcoachelines.com)
Infos zu Visabestimmungen: http://www.ustraveldocs.com/de/index.html?firstTime=No
Karten/Führer:
Topokarten für die Orientierung auf dem AT sind nicht nötig. Guidebooks/Apps mit fortlaufender Kilometrierung (cumulative mileage). Am besten finde ich die FarOut App mit offline Navigation, "AWOL" A. T. Guide, oder auch Databook von der Appalachian Trail Conference (ATC).
Topokarten für die Orientierung auf dem AT sind nicht nötig. Guidebooks/Apps mit fortlaufender Kilometrierung (cumulative mileage). Am besten finde ich die FarOut App mit offline Navigation, "AWOL" A. T. Guide, oder auch Databook von der Appalachian Trail Conference (ATC).
Markierung/Weg:
Hervorragend markiert durch weiße Farbsstreifen (Whiteblazes) an
Baumstämmen. Teils Schilder mit Meilenangaben und Shelterabzweigungen.
Übernachtung:
Übernachtung:
Zelt/Biwak war fast überall erlaubt. Unbedingt Leave No Trace! Alle ca. 10 - 30 km kostenlose selbstversorger Schutzhütten (Shelter) mit Quelle, Trockentoilette, Tisch/Bank.
Proviant/Wasser:
Im Smoky Mountains - und Shennandoah National Park kostenpflichtige Permits erforderlich. Einige Campsites/Shelters in den White Mountains (NH) kostenpflichtig. Einige Hostels direkt am Trail.
Zum Einkaufen muss man meist von der nächsten Straßenquerung in eine
nahegelegene Stadt gelangen (Autostop). Längster Abschnitt die 100 mi
Wilderness. Wasserversorgung hauptsächlich über Quellen/Bäche
(Entkeimung!).
Geld:
Geld:
Geldautomaten (ATM) oft
sogar in kleinen Läden. Bezahlung mit allen Arten von Kreditkarten
selbst in kleinen Läden üblich (meine Prepaid Visacard hat immer
funktioniert).
Mobilfunk/Internet:
Mobilfunk/Internet:
Meistens
kein Mobilfunknetz im Wald. Oft auf Bergen und bei Städten Empfang je
nach Anbieter (Verizon, T-Mobile etc.). Oft kostenloses WIFI/W-LAN in
Städten, Hotels, Shops. Internetzugang in jeder öffentlichen
Stadtbibliothek.
Amerikanische
Prepaid SIM-Karte meist billiger als deutsche Roamingtarife.