Dienstag, 19. September 2023

Camino del Norte/Küstenweg (Spanien, Dezember 2017, -21,-22)

 

Diese Reise beginnt an einem milden Dezembermorgen direkt an der Französisch-Spanischen Grenze (Hendaye/Irun) auf der Brücke über den Rio Bidasoa. Von hier sind es - mehr oder weniger an der nordspanischen Küste entlang - ca. 850 km bis zur Kathedrale in Santiago de Compostela.

Gleich nach Verlassen der Stadt führt die schönste, aber anstrengendste Route über den Berggrat des Jaizkibel fast 500 Hm steil aufwärts mit anschliessender Belohnung durch weite Ausblicke. Bei stürmischem Regenwetter würde ich die windexponierte Strecke nicht empfehlen, sondern die markierte Normalroute wählen. Bis San Sebastian/Donostia sehr schöne Pfade direkt an der Küste.

Insgesamt verläuft der Camino del Norte vergleichsweise anstrengend in ständigem, kurzem Auf und Ab mit wenigen entspannten Cruising-Abschnitten. Spannend finde ich die immer wechselnden Buchten, Meeresarme, Flussmündungen, Steilküsten, Sandstrände und Städte.


Die wenigen größeren Städte (San Sebastian/Donostia, Bilbao, Santander, Gijon, Aviles) bieten nordspanische Kultur, Architektur etc. Bild: ungewöhnliche Gondelbrücke bei Bilbao. Achtung!, die offizielle Caminoroute führt unschön auf der westlichen Flusseite entlang, wodurch man die interessante Brückenquerung (ca. 70 ct. Gebühr) verpasst.
 
 
Kurz vor Santander empfehle ich den traumhaften Strandspaziergang bis zum Anleger, wo man mit der Fähre die Bucht nach Santander rüber queren (oder einen Tag lang aussenherum gehen...) kann. Sehenswerter Abstecher vom Camino sind dort die Halbinsel Magdalena mit Königspalast.



An der Steilküste zwischen La Franca und Pendueles kann man mit etwas Glück Fontainen von Meerwasser aus den Felsspalten sprühen sehen, die durch Höhlen und Kanäle in der Felsküste entstehen (Bufones). Für ein paar Augenblicke war das stürmische und regnerische Wetter sogar vergessen!


Diese schöne Aussicht hat man nicht nur auf dem Camino, auch die Küstenstrasse und sogar die Bahnlinie führen teilweise hier entlang. Einige Abschnitte verlassen dann für etliche Kilometer die eigentliche Küste, beispielsweise die Passage durch Gernika.

Bei Villaviciosa, etwas östlich von Gijon, zweigt der Verbindungsweg zum Startpunkt des Camino Primitivo in Oviedo ab (Dezember 2016 gegangen). Wer nicht unbedingt die offizielle Strecke des Norte gehen möchte und die vergleichsweise langweilige Route über Lugo vermeiden will, kann hier den bergigeren und noch ursprünglicheren Weg nehmen (kann im Winter aber auch wegen Schnee unpassierbar werden!)


Nach den eher unschönen urbanen Passagen von Gijon und Aviles, sind die kleinen Küstenorte eine Wohltat, wie z.B. die toll gelegenen Albergues municipales von Tapia de Casariego oder Ribadeo...


... oder im Kloster von Sobrado dos Monxes. Es bieten sich mehrere Varianten für den letzten Teil nach Santiago an, die aber alle auf den Camino Frances führen. Je nachdem z. B. über Melide oder auch Arzua.
Fazit:
Pros: Tolle Felsküste, Strände, Buchten. Etwas weniger begangen als Camino Frances, meistens frostfreies Winterwetter zum Zelten. Oft kann man auf den E9 wechseln, der mehr den Pfaden folgt. Im Hochsommer weniger Hitze als Inland.
Cons: Ziemlich anstrengendes Auf und Ab. Zu viel Strassenkilometer, oft hätte ich mir ein Fahrrad gewünscht, oft imho nicht nachvollziehbare Umwege ebenfalls auf Asphalt (dann gehe ich doch lieber die kürzere Strecke nach Navi!). Wenn man wirklich der gesamten Küste folgen würde, fast unendliche Route.

Planungstipps:

Anreise/Abreise: 
Bilbao, Santander, Oviedo, Santiago de Compostela mit internationalen Flughäfen. Nationale (ALSA) und internationale Fernbusverbindungen von Estacion de Autobus. z. B. Flixbus fuhr über Karlsruhe bis nach Portugal über Bilbao und Santander.
Schmalspur - Bahnlinie zwischen Santander und Ferrol (ehemalig feve), teils sehr romantisch an der Küste entlang, ein Must-Do für Bahnfans!

Karten/Führer: 
Topokarten nicht nötig. Führer z. B. Küstenweg, Raimund Joos, Outdoor Verlag. https://www.gronze.com/

Markierung/Weg: 
Hauptsächlich mit gelben Pfeilen oder Muschelsymbolen markiert, etwas schlechter als Frances. Achtung! In Galizien ist die Richtung der Strahlen der Jakobsmuschel genau umgekehrt wie in Asturien! Leider führt die offizielle Route oft über Strassen. Manchmal lassen sich schönere Wege nahe der Küste finden (z. B. der E9), was die Strecke aber deutlich verlängert. Durch häufigeren Regen v. a. im Winter mehr Matsch. Echte Fusspilger-Puristen müssen statt kurzer Fährfahrten über ein paar Buchten (z.B. Santander) enorme Umwege gehen.

Übernachtung: 
Zelt/Biwak. Unbedingt Leave No Trace! An der Küste auch im Dezember/Januar selten Minusgrade. Städtische und/oder private Pilgerherbergen in vielen Orten, allerdings deutlich weniger als am Camino Frances. In der Sommersaison enorme Bettenkonkurrenz durch Strandtouristen.

Proviant/Wasser:
Meistens auch in den kleinen Orten Einkaufsmöglichkeiten. Öffentliche Wasserquellen waren auch im Winter offen.

Geld: 
In den Herbergen war nur Barzahlung möglich. Oft kein Wechselgeld vorhanden!

Mobilfunk/Internet:
 
Überall Empfang, oft kostenloses Wifi/WLAN in Herbergen, Bahnhöfen, Bibliotheken.

Links:
www.senderosgr.es
http://caminodesantiago.consumer.es/

Sonntag, 20. September 2020

Wandern/Trekking/Hiking Australien, Neuseeland, Te Araroa (2018 - 2019)

 


Anfang Dezember 2018 reise ich nach Australien, um ein paar Wochen auf einer Obstfarm in der Nähe von Brisbane (Queensland) zu arbeiten, und anschließend den Südosten noch etwas zu erkunden. Die Ankunft in der  "umgedrehten"  Welt dort unten ist kurz sehr anstrengend, gefällt mir aber sofort. Brisbane empfängt mich freundlich mit Sommerwetter, öffentlichem Strandbad und Cityfähren (alles kostenlos).

 

Schon am nächsten Tag kann ich auf dem Farmgelände in der klimatisierten Arbeiterunterkunft wohnen, ein Segen nach der Arbeit in der schwülen Hitze um 30 Grad.


 
Im feuchtwarmen,  subtropischen Klima gibt es hier neben den Hauptkulturen Mangos und Avocados...
 
 
 
auch Dragonfruit,


Kaki, Custard Apples, Black Sapote, Nektarinen und Feigen.


Meistens bekomme ich vom Chef der Farm den guten, alten Toyota Hilux Pickup Truck (bzw. die Aussies sagen Ute  "Juut"), um Material und Leute zu transportieren. Die ersten paar Mal ungewohnt, da Linksverkehr, aber im Gelände interessiert das zum Glück niemand und das ca. 40 ha große Farmgelände dürfen wir sowieso nicht verlassen. Ich dünne Früchte aus, schneide Avokadobäume, repariere Netzanlagen, mähe Baumstreifen etc.



Von der ersten Minute an ist die Tier- und Pflanzenwelt spannend neu und exotisch. Wir haben sogar direkt auf der Farm wilde Koalas, Wallabies, Pythons etc. Die ganzen ungewohnten Geräusche in der ersten Nacht alleine draußen werde ich wohl nicht so schnell vergessen...

Nach der Farmarbeit will ich als Erstes nach K'gari (Fraser Island), nur ein paar Busstunden nördlich.

 

Wie befürchtet, gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel direkt zur Insel. Bis Rainbow Beach per Bus, ab da bis Inskip Point 20 km Hitchhiking und Laufen. Die Besatzung der Fähre schaut mich erstaunt an - zu Fuß kommt hier wohl nie jemand, also fahre ich kostenlos mit.


 
 
 

 Die größte Sandinsel der Welt lockt mit fast paradiesischer Natur, schneeweißen Stränden, Süßwasserseen, riesigen Bäumen, Echsen, wilden Dingoes usw. Völlig unverständlich für mich, dass man hier fast überall mit dem Jeep herumheizen darf. Weite Strecken der Strände sind offizieller Teil des australischen Straßennetzes und gleichzeitig Start- und Landebahn der Kleinflugzeuge!).
 

 

Zu Fuß ist hier so gut wie niemand unterwegs, Versorgungsmöglichkeiten gibt es quasi keine (außer Tankstellen-Shop mit Restaurant in Eurong). Deswegen muss ich leider nach einer Woche schon wieder zurück in die Zivilisation aufs Festland, länger reichen meine Vorräte im Rucksack nicht. Trotzdem bin ich sehr froh über die gelungene Tour, denn bis kurz vorher war unsicher ob der Plan überhaupt möglich ist. Offiziell ist z.B. Fraser Island Great Walk in der Sommersaison wegen Buschfeuerrisiko gesperrt! Nach Rücksprache mit einem Ranger und wegen vorheriger Regenfälle bekam ich zwar keine Erlaubnis - aber stören würde ich auch nicht...

 

Mit den Greyhound-Langstreckenbussen kommt man gut und günstig (z. B. Hop ON/OFF Pass) zu den größeren Städten entlang der Ostküste, bei den "Natur-Sehenswürdigkeiten" wird es dagegen ganz schnell schwierig, vor allem sind die Entfernungen hier ne Nummer größer als in Europa. Weil ich kein Auto kaufen oder mieten will, muss ich mich öfter als ich will als Hitchhiker/Tramper durchschlagen.

 


Über Byron Bay (östlichster Punkt des australischen Festlands), Coffs Harbor, Port Macquarie, Newcastle (mit Besuch einer Bekannten und ein paar Tagen Wanderung auf dem "Great North Walk"), gelange ich nach Sydney. Neben der natürlich sehenswerten Metropole reizen mich aber vor allem die Blue Mountains und der Royal Coast Park, beides erstaunlich leicht von Sydney erreichbar.

 

 

 Der Spaziergang über die legendäre Sydney Harbour Bridge mit dem tollen Ausblick auf die Bay und das Opernhaus ist
 für mich definitiv ein Erlebnis!
 
 
 

Nur eine kurze  Zug- und Fährfahrt entfernt findet sich Gelegenheit für ein paar Tage kurzes Trekking-Abenteuer auf dem Royal Coast Track (Permit für Campsites).
 
 

 
Bizarre Felsküste wechselt sich mit Sandbuchten ab, hier der sahnig weisse "Wedding Cake Rock".


Nächstes Wunschziel ist der höchste Berg Australiens, Mount Kosciuszko (2228 m) im selbigen Nationalpark, erreichbar über Canberra bis Jindabyne per Bus, dann wieder kein öffentlicher Transport.



Nur die Gipfelregion ist von Thredbo aus leicht zugänglich und gut besucht, ansonsten ist der Park menschenleeres Gebiet. Wegen der Höhe erlebe ich hier am Dead Horse Gap mit ca. 3 Grad meine kühlste Zeltnacht. Ziemlicher Unterschied zu den fast 40 Grad bei Ankunft in Canberra...



Weite, hügelige mit Felsen durchsetzte Landschaft umgibt mich auf meiner Tour, streckenweise auf dem AAWT "Australian Alps Walking Track" entlang. Wie ich später lese, ist diese Landschaft keinesweg ursprünglich, sondern genaugenommen durch frühere Beweidung und Brände völlig zerstört. Die seltsam ausgebleichten toten Bäume sind alle einer eingeschleppten Krankheit zum Opfer gefallen (Phytophtora Pilz).



Letzte Station auf meiner Reise durch Australien ist Melbourne. Die permanente Hitze von fast 40 Grad zusammen mit meinem anstrengenden Low-Budget-Trekking-Reisestil machen mir immer mehr zu schaffen. So fällt mir der Abschied von Australien leicht, obwohl es natürlich noch wahnsinnig viel zu sehen gäbe.

Nur ca. 5 Std. Flug bringen mich in etwas angenehmeres Klima nach Christchurch in Neuseeland, wo ich von Anfang an eine lange Wanderung auf dem Te Araroa Fernwanderweg geplant habe. Dieser noch relativ junge Weg verläuft auf ca. 3000 km einmal längs über beide Inseln. Aus Zeitgründen werde ich hauptsächlich den Abschnitt durch die Neuseeländischen Südalpen begehen.


Vom Fährhafen in Picton muss man erst per Wassertaxi zum nördlichen Startpunkt des  Queen Charlotte Track (Permitpflicht) nahe am Ausgang des Q. Ch. Sound. Da die Fähre gleichzeitig Post und Material zu mehreren abgelegenen Orten bringt, ist das gleichzeitig die perfekte Sight Seeing Tour durch die ganzen Buchten!



Im krassen Gegensatz zu Australien finden sich in NZ keine "gefährlichen" Tiere. Wobei das sehr relativ ist: Wenn du nur eine Sekunde nicht aufpasst, klauen dir die Wekas (s. o.) oder Keas (große Papageien) alles aus dem Zelt, was sie eben in den Schnabel kriegen...



Auch die blutdurstigen Sandflies (Blackflies) können einem das Outdoorleben ziemlich schwer machen.



 

Ansonsten erfüllt Neuseeland aber alle meine schönsten Hoffnungen! Meistens angenehmes Wetter, die fantastische Te Araroa-Route, ursprüngliche Berge, fast unwirklich blaue Seen, weite Tussok-Landschaften, nette WanderkollegenInnen internationaler Mischung, freies Zelten, gemütliche selbstversorger-Berghütten etc.



Selbst das vergleichsweise touristische Queenstown, bekannt für Bungee-Jumping und wilde Jetboat Touren, ist doch nur ein beschauliches Städtchen...



Einen der wenigen regenfreien Tage im Jahr (unglaubliche ca. 6000 mm Jahresniederschlag!!! zum Vergleich Karlsruhe mit ca. 450 mm/Jahr) erwische ich von Te Anau aus für einen Tagesausflug in den berühmten Milford Sound. Auf der Rückfahrt mit dem öffentlichen Bus lässt mich der Fahrer mitten auf der Strecke am Trailhead des berühmten Routeburn Track raus (so braucht man kein Shuttle buchen). Dieser Track ist zwar etwas überlaufen, aber trotzdem unbedingt empfehlenswert und in einem Tag (gut 30 km) zu schaffen.



Gegen Ende meiner Reisezeit unterbreche ich die Wanderungen immer wieder mit längeren Busfahrten (z. B. entlang der Westküste: Franz Josef  Glacier, Punakaiki, Westport).


Pancake Rocks und Blowholes
 
 

 
und einer Seekayaktour an den wahrhaft goldenen Stränden des Abel Tasman National Park entlang. Gepaddelt bin ich ja schon oft, aber noch nie sind Stachelrochen, Robben und diverse Fische im klaren Wasser um mein Kayak herumgeschwommen.



Mit beginnendem Herbst zum Ende meiner Reisezeit drehe ich auch noch eine Runde über die Nordinsel: Lake Taupo, Rotorua, wieder ein Stück Wanderung auf dem Te Araroa, einschließlich Tongariro Nationalpark, 



Auch die Produktionsmethoden der Kiwianbauer in der wichtigsten Region um Te Puke interessieren mich.



Bis in die Hauptstadt Auckland, mehr oder weniger als Abschluss der Reise.

 

Planungstipps:

Anreise/Abreise:
AUS: Airport Brisbane, Melbourne. Entlang der Küste mit Bussen (Greyhound, Premier Motor Service). Vorher beantragtes Visum (max. 3 Monate) notwendig.
 
NZ: Über die internationalen Flughäfen Auckland und Christchurch (meist Zwischenstopps in Singapur, Seoul, Bejing, etc.)
Touristenvisum bis zu 3 Monate kostenlos. (Update 2024: neue Touristensteuer).

Karten/Führer:
Fraser Island Great Walk Infos/Karte im Web. 
Gute offline Navi App für den TA unter https://www.teararoa.org.nz/
und FarOut App. Sehr gute NZ Topomaps freier download.
 
Markierung/Weg: 
Fraser Island gut markierte Wege. The Great North Walk etwas wenig gewartet.
 
TA: Bezogen auf 3000 km überwiegend gut gewartete Wege mit Markierung. Trotzdem GPS Navigation unbedingt zu empfehlen, da es auch Lücken gibt und z. B. in weglosen Flusstälern und alpinem Gelände leicht die Route verloren werden kann.
Einige Wanderrouten sind Great Walks d. h. nur mit kostenpflichtigen Permits begehbar!

Übernachtung: 
Zelt/Biwak. Unbedingt Leave No Trace!
AUS: Auf den meisten bekannten Walks online-reservierungspflichtige Campsites/huts (Kgari Great Walk, Royal Coast Track, Great Ocean Walk).
NZ: Freies Zelten in den Bergen meistens erlaubt. Aber kostenpflichtige https://www.doc.govt.nz/  DOC-Campsites, Huts (v. a. Südinsel). Drei Hütten Kategorien: Basic, Standard, Serviced. Für die beiden letzten braucht man einen Hut Pass oder Ticket. 

Proviant/Wasser: 
Auf Kgari gab es keine Einkaufsmöglichkeit! Im Nachhinein hätte ich mir selber ein Food drop mitbringen und irgendwo in der Mitte deponieren sollen.
Auf dem Te Araroa durch die Südinsel habe ich mir von Picton per NZ Post 3 Food drops mit ca. 7 Tage Proviant geschickt, um weite Hitchhiking Strecken zu vermeiden und würde es bei gleicher Situation wieder machen: 1. St. Arnaud, Alpine Lodge. 2. Boyle River Outdoor Education Center. 3. Arthurs Pass, DOC.
In Australien allgemein  schwierige Wasserversorgung. Auf Fraser/Kgari erstaunlich viel Süßwasser durch die Seen im Süden und an bekannten Camps. Durch die vielen Jeeps, aber so schnell keine Lebensgefahr.
Neuseeland meist viele Bäche, nur Richmond Range und Tongariro northern circuit teils trocken (Vorsicht! Regenwasserspeicher an Hütten können auch leer sein!).

Geld: 
Deutsche Bank cooperiert mit Westpac. Meine Bankkarte mit Cirrus hat kostenlos funktioniert.

Mobilfunk/Internet:
Abseits der Städte schnell Netzlücken. ALDI Australia bietet SIM-Karten im besten Funknetz. In NZ weite Teile der Südinsel OHNE Mobilfunknetz! Viele Leute tragen deswegen (GPS) - PLBs (in manchen NP ausleihbar z.B Kosciuszco

Links:

Mittwoch, 1. Januar 2020

GR 131 La Palma und El Hierro, Wandern/Trekking/Hiking (Spanien, Dezember 2019)



Nach Fuerteventura wollen La Palma und El Hierro natürlich auch auf dem Fernwanderweg GR 131 über die Kanaren kennengelernt werden.

La Palma ist gewissermaßen die Schlüsselstelle des gesamten GR 131 durch die Kanaren:

1. höhenmetermäßig der größte Auf- und Abstieg.
2. mit ca. 2400 m der höchste Punkt.
3. die größte Wetterabhängigkeit.

Zweimal muss ich die Route über die Kraterrunde wegen Starkwind, Nebel und eisigen Temperaturen abbrechen. Okay - dass einmal wegen Sturm alle Flughäfen der Kanaren geschlossen werden, das ganze Hafengelände in Santa Cruz unter Wasser steht und das Dach des Mc Donalds wegfliegt - war vielleicht überdurchschnittlich Pech...


Nach Busfahrten zum gut erreichbaren südlichen Ende des Weges bei Fuencaliente/Los Canarios  jedoch gutes Wetter.



Wenig überraschend. Die vulkanische Wüstenlandschaft ähnelt sich auf allen Kanareninseln.
Nur der gnadenlose Anstieg unterscheidet La Palma schonmal von Fuerteventura.



Als ich in die höheren Lagen auf der vielbegangenen Vulkanroute komme, nimmt die Wetterentwicklung ihren unheilvollen Verlauf. Immer mehr Wolken und starker Wind. Am nächsten Tag wird der Rastplatz El Pilar von den Rangern geschlossen, die gesamte GR - Route gesperrt. Das war's dann für Plan A, aber Plan B in den geschützteren Lagen der Insel war auch ganz schön.




Zum Glück stehen die Berge ein Jahr später auch noch. Plan A wird fortgesetzt!



Toll, dass es das gemütliche Refugio de los Roques als sichere Zuflucht auf ca. 2040 m gibt. Nur mit der angeblich spektakulären Aussicht habe ich nicht so Glück.



Immerhin reißt es zum Sonnenuntergang noch für wenige Minuten mit mystischer Stimmung auf. Einstimmung auf einen anstrengenden, tollen Weiterweg über den Kraterrand am nächsten Tag.



Wegen der vielen Tage mit klarer Sicht hat man den Standort für zahlreiche Teleskope etc. genutzt.



Höchster Punkt des GR 131 Camino Naturales - El Baston, am Roque de Los Muchachos, 2426 m.
Erst ca. die Hälfte der Tagesetappe vor dem sehr langwierigen Abstieg bis runter nach Puerto Tazacorte.


Aussichtsbalkon während einer Pause.



So weiche Knie und Waden hatte ich schon lange nicht mehr am Ende eines langen Wandertages. Endlich nicht mehr steil abwärts!
Fazit für La Palma: Musste ganz schön erkämpft werden!
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Dieses war der erste Streich, doch der nächste folgt sogleich...!

Nach El Hierro will ich auch noch!
Die knapp 40 km über das kleinste Kanareninselchen hören sich da schon fast entspannt an. Diesmal nur 1500 Hm Aufstieg direkt vom Flughafen auf Meereshöhe.

Nach anfänglichem Pech bleibt mir jetzt das Schönwetterfenster treu. Die Route verläuft auf dem traditionellen Wallfahrtsweg "Camino de la Virgen" Ost - West über den Gipfel der Insel.




Spektakulärer Blick nach Norden in den Abbruch nach Frontera. Auch La Palma, Gomera und Teneriffa scheinen unglaublich nahe!



Recht angenehm klingt der Weg aus, hin zur Eremita los Reyes. Dort endet bzw. beginnt der Camino de la Virgen, neuere Schilder weisen auf eine Fortsetzung des GR entweder bis zum Faro oder dem Nullmeridian - Denkmal. Ich steige auf dem wunderschönen Camino Sabinosa ins gleichnamige Dorf an der Nordküste ab. Einzige Möglichkeit, mit dem Bus zum Fährhafen zu kommen.




In 2,5 Stunden bringt mich die Fähre bei ruhigstem Wetter nach Teneriffa. Was für ein Trubel im Vergleich zum beschaulichen El Hierro.

Planungstipps:

Anreise/Abreise: Über die internationalen Flughafen Santa Cruz de La Palma und Tenerife Sud. Fähr- und Flugverbindungen zu den restlichen kanarischen Inseln z.B. (http://www.navieraarmas.com/en/home , bintercanarias.com) Lokaler Busverkehr (Bus = Guagua), (http://www.titsa.com/http://www.guaguagomera.com/).
Keine Busverbindung nach El Pilar oder Roque de los Muchachos!

Karten/Führer: Insgesamt ca. 66 km führen über La Palma, ca. 40 über El Hierro. Detailierte Topokarten der Etappen als Pdf-Dateien unter Infos zum GR s. u. , Führer vom Rother Verlag (Tagestouren).
 
Markierung/Weg: Gut gewartete Wege mit lückenloser Markierung und Beschilderung.
 
Der gesamte GR 131 bietet sich geradezu an als Thruhike mit Inselhopping (also alles an einem Stück mit zwischendrin Fähre oder Flug). In diesem Fall würde ich wohl folgende Reihenfolge wählen: Lanzarote-Isla de Lobos-Fuerteventura-Gran Canaria-Teneriffa-El Hierro-La Gomera-La Palma.

Übernachtung: Zelt/Biwak. Unbedingt Leave No Trace! La Palma: Ein paar legale Campmöglichkeiten (von S nach N) Rastplatz Fuente los Roques, Rastplatz El Pilar (Permit nötig) und Refugio de los Roques (offene Schutzhütte). Im Nationalpark wird Campen teils kontrolliert und bestraft.

Proviant/Wasser: La Palma: Viele sichere Wasserstellen gibt es nicht: Fuente de los Roques (unsicher), Wasserhähne in El Pilar (ziemlich sicher), Hahn am Reventon Pass (oft trocken), Regenwasserzisterne am Refugio (unsicher), Hahn am Touristenhäuschen am Roque de los Muchachos (ziemlich sicher). Einkaufen auf der Strecke nur in Fuencaliente/Los Canarios.
El Hierro: Brunnen in der Parkplatzmauer la Llania ein paar Km östlich Pico Malpaso, Brunnen wenige 100 m vor S. Senora de los Reyes und im Garten bei den alten Höhlen.
Weg führt durch Valverde mit allen Versorgungsmöglichkeiten.

Geld: Geldautomaten Santa Cruz, Los Llanos, El Paso etc.

Mobilfunk/Internet: Eigentlich überall Empfang.

Links: